DIE LEGENDE VOM LEGENDÄREN LAGER
Das legendäre Lutra, als Mittelpunkt des großen Reichswaldes, war ein Lieblingssitz von Kaiser Friedrich Barbarossa. Dieser ließ im Jahre des Herrn 1153 dort eine mächtige Kaiserpfalz errichten. Rund um Lutra entstanden nach und nach mehrere Burgen und Wehranlagen zum Schutz der Handelsstraßen und zur Durchsetzung des kaiserlichen Rechtes.
Wir schreiben das Jahr 1215, als sein Enkel, Friedrich II. bei seiner Königskrönung einen Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems gelobt. Papst Honorius III. krönte in Rom am 22. November 1220 Friedrich II. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dieser trug mittlerweile den Beinamen „Stupor Mundi“ – Das Erstaunen der Welt –
In Deutschland verfasst Walter von der Vogelweide um 1226 sein Palästinalied, einen Aufruf an alle Waffenfähigen, dem Kaiser auf seiner angekündigten, bewaffneten Pilgerfahrt nach Jerusalem beizustehen. Diesem folgten auch viele treue Ritter, Kämpfen und Reisige um die ehemalige Kaiserpfalz zu Lutra.
Dieses Aufgebot zog mit seinen Knappen und Knechten zum Heerzug von Ludwig II. und setzte im Juni 1228 von Bindisi nach Akkon über. Im selben Jahr im November zog dann dieser Heerzug mit 3000 Bewaffneten nach Jerusalem.
Nach Verhandlungen mit Al-Kamil wurde am 18. Februar 1229 Jerusalem kampflos übergeben und Friedrich II. krönte sich zum König von Jerusalem. Doch nur kurz war sein Aufenthalt in der heiligen Stadt. Alsbald nach den Krönungsfeierlichkeiten musste er zurück nach Sizilien um den Aufstand der sarazenischen Renegaten zu bekämpfen und der Gefahr der einziehenden päpstlichen Streitmacht zu begegnen.
Erst im Frühjahr 1235 brach er wieder mit seinen Gefolgsleuten nach Deutschland auf, um die Rebellion seines Sohnes Heinrich I. von Deutschland wieder zu erringen. Dabei war auch der Tross aus Lutra.
Nach der Unterwerfung seines Sohnes in der Pfalz Wimpfen, vermählt sich der Kaiser erneut am 15. Juli 1235 in Worms. Kurz danach fand unter seinem Vorsitz einer der gewaltigsten Reichstage in Mainz statt, wobei der Mainzer Reichslandfriede verkündet wurde.
Als Belohnung für ihre langen und treuen Dienste wurden die bei vielen Schlachten erprobten Kämpfen aus Lutra mit Lehen um die Kaiserpfalz versehen und kehrten nach 9 Jahren harter Entbehrungen in Ihre Heimat zurück.
Es begab sich nun in jenem legendären Jahr am 3. Tage des 5. Weinmonats, dass der Herrscher Kaiser Friedrich II. die Kaiserpfalz seines Großvaters Friedrich Barbarossa, zu Lutra besuchte.
Am Ufer des kaiserlichen Wooges zu Lutra, östlich der Pfalz, lagerte das Kontingent aus den Umlanden welches das kaiserliche Heer auf dem Kreuzzuge begleitete. Just als der Kaiser am Wooge verweilte, fingen Fischer in einem Netz einen Hecht von 190 Pfund Gewicht und einer Länge von19 Werkschuhen. An ihm war ein güldnes Kettlein mit der lateinischen Aufschrift:
„Ich bin der Fisch, am allerersten in den See kommend durch des Kaisers Friedrich I. des Andern Händ’ den 1. Wonnemonat Anno 1147.“
Danach wurden die Teilnehmer des Lagers alsbald unter dem Namen - "Das Legendäre Lager" - bekannt.
So steht es geschrieben!




